Entsorgung: Was passiert mit Biofolien am Ende ihres Produktlebens?

1. Nach welcher Zeit ist die Biofolie abgebaut?

2. Was entsteht nach dem Abbau der Biofolien?


3. Wodurch werden Biofolien abgebaut?

4. Wie werden Biofolien entsorgt beziehungsweise recycelt?

5. Ist die Druckfarbe ebenfalls biologisch abbaubar?

6. Wie reagieren die Mitarbeiter der Abfallentsorgung, wenn sie plötzlich Folien in der Bio-Tonne sehen? Lassen sie dann die Tonne beim Konsumenten nicht vielleicht stehen, weil sie die Biofolien für normale PE-Folien halten?

7. Aus der Sicht der Endkunden: Was passiert, wenn Konsumenten nicht bemerken, dass es sich um Biofolien handelt und er diese über das Duale System (Gelbe Tonne) entsorgt?

8. Muss trotz der Kompostierbarkeit der Folie eine Abgabe an den Grünen Punkt geleistet werden?

 

1. Nach welcher Zeit ist die Biofolie abgebaut?

Biofolien, die der Norm EN 13432 entsprechen und den Keimling tragen, müssen in industriellen Kompostanlagen innerhalb von 90 Tagen vollständig abgebaut sein. Eine Vorschrift über den Zerfall im privaten Komposter gibt es nicht. Der Zerfall dauert hier jedoch deutlich länger.

2. Was entsteht nach dem Abbau der Biofolien?

Die Folie wird in Kohlenstoffdioxid (CO2), Wasser und Biomasse zersetzt.

3. Wodurch werden Biofolien abgebaut?

Die Polymer-Struktur der Biofolien ist so angelegt, dass sie eine ideale Energiequelle für Mikroorganismen darstellt. Diese sind die Grundlage für jeden Kompostierungsprozess. Sie zersetzen die Folie in Kohlenstoffdioxid (CO2), Wasser und Biomasse.

4. Wie werden Biofolien entsorgt beziehungsweise recycelt?

Kompostierbare Biofolien werden vom Endkunden im Idealfall über die Biotonne entsorgt, weil die Folie in industriellen Kompostieranlagen auf Grund der höheren Temperatur besser zerfällt als im heimischen Komposter. Bei der letzten Erhebung Ende 2002 verfügten circa 50 Prozent aller deutschen Haushalte über eine Biotonne. Heute schätzt man den Verbreitungsgrad auf circa 70 Prozent.

Dennoch kann der Endkunde die Folie natürlich auch auf seinem persönlichen Komposter entsorgen - hier dauert der Zerfallsprozess jedoch länger. Daher wird die private Kompostierung in der Verpackungsbranche nicht empfohlen.

Darüber hinaus können Biofolien vom Verbraucher auf Grund der geringen Mengen im Entsorgungskreislauf momentan auch unbedenklich über den Restmüll oder das Duale System entsorgt werden.

Nicht-kompostierbare Biofolien, die nur aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, jedoch nicht in einer Kompostieranlage zerfallen, werden gewöhnlich über das Duale System (Gelbe Tonne, Gelber Sack) entsorgt.

5. Ist die Druckfarbe ebenfalls biologisch abbaubar?

Es gibt Druckfarben auf Wasserbasis, die genau wie die Biofolie biologisch abbaubar sind. Diese Farben sind jedoch noch nicht so weit verbreitet wie konventionelle Farben. Für die Kompostierbarkeit einer Biofolie ist die Bedruckung übrigens unerheblich, so lange die Summe der eingesetzten und nicht biologisch-abbaubaren Zusatzstoffe fünf Prozent und die Menge eines Bestandteils (zum Beispiel Druckfarbe) ein Prozent des Produktgewichtes nicht überschreitet.

6. Wie reagieren die Mitarbeiter der Abfallentsorgung, wenn sie plötzlich Folien in der Bio-Tonne sehen? Lassen sie dann die Tonne beim Konsumenten nicht vielleicht stehen, weil sie die Biofolien für normale PE-Folien halten?

Kompostierbare Biofolien tragen den Keimling als Erkennungszeichen, sodass Mitarbeiter der Abfallentsorgung schnell erkennen können, dass es sich um eine kompostierbare Folie handelt.

Zusätzlich wurden und werden alle Entsorgungsbetriebe kontinuierlich über unterschiedliche Informationskanäle über neue Abfallarten informiert, die zum Beispiel durch neu entwickelte Verpackungen entstehen. Bisher ist kein Fall bekannt, in dem eine Biotonne irrtümlich nicht geleert wurde.

7. Aus der Sicht der Endkunden: Was passiert, wenn Konsumenten nicht bemerken, dass es sich um Biofolien handelt und er diese über das Duale System (Gelbe Tonne) entsorgt?

Dies stellt für die Verwerter kein Problem dar. Die Biofolien bleiben im Trennungsprozess des „gelben Mülls" als Reste übrig und können dann problemlos verbrannt werden.

8. Muss trotz der Kompostierbarkeit der Folie eine Abgabe an den Grünen Punkt geleistet werden?

Nein, kompostierbare Folien sind bis 2012 von der Abgabe an den Grünen Punkt befreit. Sie müssen daher auch keinen Grünen Punkt tragen.