Hintergrund: Gesetzliche Regelungen

1. Wie werden Biofolien gekennzeichnet?

2. Welche Standards gibt es für Biofolien?

3. Was bedeutet die Zertifizierung EN 13432?

4. Dürfen Biofolien das bekannte Bio-Siegel tragen?

 

1. Wie werden Biofolien gekennzeichnet?

Kompostierbare Biofolien dürfen bei erfolgreicher Zertifizierung nach EN 13432 das Kompostierbarkeitslogo „Keimling" tragen. Das bekannte Biologo hat damit nichts zu tun, da es nur für Lebensmittel verwendet werden darf. In Großbritannien und den BENELUX-Ländern werden kompostierbare Folien zudem mit dem "OK COMPOST" Logo gekennzeichnet.

2. Welche Standards gibt es für Biofolien?

Die Europäische Union hat für Biofolien den europaweit verbindlichen Standard EN 13432 geschaffen, der die Kompostierbarkeit einer Folie bestätigt. Internationale Normungsinstitute, wie die International Standards Organisation (ISO) haben die Norm bereits anerkannt und planen, das bewährte Prüfschema mittelfristig zu übernehmen. Ein Standard oder eine Zertifizierung für Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen existiert momentan nicht.

Biofolien, die dem Standard EN 13432 entsprechen, dürfen in Deutschland und vielen anderen Ländern der Europäischen Union den Keimling tragen. In den BENELUX-Ländern hat sich hingegen das Siegel „OK COMPOST" durchgesetzt.

Die Standards ISO 17088 und ASTM D-6400 beschreiben das gleiche Prüfschema wie EN 14432, wobei der ISO-Standard sich nicht nur auf Kunststoffverpackungen sondern auf Kunststoffe im allgemeinen bezieht.

Zudem existiert die Gruppe der zertifizierten Öko-Label, definiert durch die ISO Normen 14024 (Typ I), 14021 (Typ II) und ISO 14025 (Typ III). Damit haben Hersteller beispielsweise die Möglichkeit, selbst Zeichen zu entwickeln (Typ 2, Selbstdeklaration) oder durch eine Ökobilanz (Typ 3) die Umweltverträglichkeit ihrer Produkte zu belegen. Allerdings wird die Zertifizierung durch Dritte nur beim Typ I gefordert, sodass die Aussage der zertifizierten Öko-Labels immer hinterfragt werden sollte.

3. Was bedeutet die Zertifizierung EN 13432?

Die Zertifizierung EN 13432 bestätigt dem Hersteller die Kompostierbarkeit seiner Biofolie in industriellen Kompostierungsanlagen. Zu der Zertifizierung gehört zum einen die chemische Analyse der Folie, inklusive einer Untersuchung auf Schwermetalle. Darauf folgen Testreihen unter Laborbedingungen sowie eine Untersuchung des Zerfalls in industriellen Kompostieranlagen. Bei den Labortests müssen nach 180 Tagen, im Praxistest nach 90 Tagen 90 Prozent der Folien in Teile nicht größer als zwei Millimeter Durchmesser zerfallen sein.

4. Dürfen Biofolien das bekannte Bio-Siegel tragen?

Nein. Das Bio-Siegel entsprechend der EG-Öko-Verordnung ist ein Emblem, was ausschließlich für biologisch produzierte Lebensmittel aus dem Bereich Landwirtschaft und Landbau verwendet werden darf (EWG Verordnung No 2092/91). Kompostierbare Folien hingegen erhalten nach erfolgreicher Zertifizierung (EN 13432) den Keimling als Emblem. Für die Zertifizierung nach EN 13432 müssen die nachwachsenden Rohstoffe der Biofolien nicht den Vorschriften des Bio-Siegels entsprechen. Beide Zertifikate haben nichts miteinander zu tun.