Marketing: Wie können Biofolien im Marketing eingesetzt werden?

1. Produktion und Vertrieb haben beschlossen, die Produktverpackungen auf Biofolien umzustellen. Was muss das Marketing darüber wissen?

2. Stimmt das, dass sich Biofolien positiv auf das Haltbarkeitsdatum der darin verpackten Produkte auswirken kann?

3. Kompostierbare Folien - aber wie sieht es dann mit der Bedruckung aus?

4. Was sagen Endkunden zu den neuen Biofolien?

5. Können Konsumenten die Biofolien-Verpackung auch selbst kompostieren?

6. Welchen Zusatznutzen kann der Verpacker seinen Kunden und dem Konsumenten vermitteln?

 

1. Produktion und Vertrieb haben beschlossen, die Produktverpackungen auf Biofolien umzustellen. Was muss das Marketing darüber wissen?

Biofolien sind ein optimales Marketinginstrument, da der Verbraucher seit einigen Jahren wieder verstärkt auf die biologische Verträglichkeit von Produkten achtet. Mit kompostierbaren Biofolien kann so selbst die Verpackung zum Imageträger für das Unternehmen und seine Produkte werden.

Daneben hat die kompostierbare Biofolie auch handfeste Vorteile für den Verbraucher: So kann die Folie für Küchenabfälle genutzt werden, die danach sauber und ohne Geruchsentfaltung über die Biotonne entsorgt werden können. Auch überlagerte Lebensmittel lassen sich so komfortabler entsorgen, da die Biofolie im Gegensatz zur herkömmlichen Folienverpackung nicht erst vom Produkt getrennt werden muss. Das verhindert unangenehme Gerüche in der Küche.

Zu guter Letzt ist die kompostierbare Biofolie als Verpackung aber auch eine Herausforderung für die Marketingkommunikation: Die neuartige Möglichkeit der Entsorgung über die Biotonne muss kommuniziert werden, da kompostierbare Biofolien im herkömmlichen Verwertungssystem (Gelbe Tonne, Gelber Sack) nicht weiterverarbeitet werden können.

2. Stimmt das, dass sich Biofolien positiv auf das Haltbarkeitsdatum der darin verpackten Produkte auswirken kann?

Dies hängt stark von den Produkten ab, die in Biofolien verpackt werden. Durch die geringere Wasserdampfdichte können Kondensflüssigkeiten leichter aus der Verpackung nach draußen gelangen. Zudem sind die Sauerstoff-Barriereeigenschaften bei Biofolien besser als bei konventionellen Folien. Dies wiederum behindert die Oxidation der in der Folie verpackten Lebensmittel. Aus diesen beiden Faktoren lassen sich positive Rückschlüsse auf das Haltbarkeitsdatum schließen, was auch in einzelnen Praxistests bereits belegt wurde. Eine wissenschaftlich fundierte Analyse steht jedoch noch aus.

3. Kompostierbare Folien - aber wie sieht es dann mit der Bedruckung aus?

Kompostierbare Biofolien sind genauso wie ihre konventionellen Kollegen problemlos bedruckbar. Der Farbauftrag beeinflusst nicht die Kompostierbarkeit der Folie, sofern die Menge der eingesetzten Farbe ein Prozent des Gesamtvolumens des Folienproduktes nicht übersteigt. So lässt sich ein durchschnittlicher Obst- oder Gemüsebeutel beidseitig vollflächig mit vier Farben oder einseitig vollflächig mit bis zu acht Farben bedrucken.

4. Was sagen Endkunden zu den neuen Biofolien?

Eine wissenschaftliche Untersuchung im Rahmen des Modellprojekts Kassel hat gezeigt, dass Biofolien beim Verbraucher sehr positiv wahrgenommen werden und hohe Sympathiewerte erhalten. So liegen sie meist vor Verpackungslösungen aus Glas. Zudem ist der Verbraucher auch bereit, für eine moderne Verpackungslösung aus kompostierbaren Folien mehr zu bezahlen als für eine konventionelle Verpackung eines Produktes.

Durch die hohe Ähnlichkeit mit konventionellen Verpackungsfolien empfiehlt sich ein entsprechender Hinweis auf der Folie anzubringen, um den Unterschied deutlich zu kommunizieren. Dies hat noch einen weiteren Vorteil: Die Folie wird so zu einem aktiven Imageträger für das Produkt.

5. Können Konsumenten die Biofolien-Verpackung auch selbst kompostieren?

Grundsätzlich verläuft der Zerfallprozess im heimischen Komposter nicht anders als in einer industriellen Kompostieranlage- nur langsamer, da im privaten Komposthaufen die Temperatur geringer ist als in einer maschinellen Anlage. Daher kann ein Endkunde die Folie auch auf seinem privaten Kompost entsorgen, der Zerfallprozess dauert nur wesentlich länger. Empfehlenswert ist daher durch aktive Kundenkommunikation (z.B. durch Aufdruck auf der Folie), dem Endkunden eine Entsorgung der Folie über die Biotonne zu vorzuschlagem.

6. Welchen Zusatznutzen kann der Verpacker seinen Kunden und dem Konsumenten vermitteln?

Neben dem Schutz der Umwelt durch kompostierbare Biofolien sind sie auch im Haushalt praktisch: So können Beutel aus Biofolien beispielsweise für kompostierbare Küchenabfälle verwendet werden.