Hintergrund: Rohstoffe

1. Woraus werden Biofolien hergestellt?

2. Sind Granulate für Biofolien ebenso ausreichend verfügbar wie konventionelle Granulate?

3. Ist die Verfügbarkeit nachwachsender Rohstoffe für die Biofolienproduktion ohne gravierende Auswirkung auf andere Nutzungsgebiete gewährleistet?

4. Warum sind Biofolien angeblich besser als Biosprit? Beides wird doch aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen?

5. Ein Rohstoff in Biofolien ist ja häufig Maisstärke. Stimmt es, dass die Folien dann nach Popcorn riechen können?

 

1. Woraus werden Biofolien hergestellt?

Biofolien werden aus Kunststoffgranulaten hergestellt. Granulate für Biofolien bestehen entweder aus künstlich erzeugten Polymeren (Polyester), basieren auf natürlicher Stärke (wie zum Beispiel Maisstärke) oder natürlichem Zellstoff. Bei beiden natürlichen Grundstoffen kann die Zellstruktur als Basis für das Polymer genutzt werden.

2. Sind Granulate für Biofolien ebenso ausreichend verfügbar wie konventionelle Granulate?

Momentan ist die Nachfrage nach Biogranulaten deutlich höher als das Angebot. Aus diesem Grund erweitern die Hersteller noch bis circa 2010 kontinuierlich die Produktionskapazitäten. Erst dann kann davon ausgegangen werden, dass das Angebot an kompostierbaren Granulaten auf Basis nachwachsender Rohstoffe die Nachfrage decken kann. Große Folienhersteller schließen daher heute Rahmenlieferabkommen mit Rohstoffherstellern, um die Produktion von Biofolien im Sinne ihrer Kunden sicherstellen zu können.

3. Ist die Verfügbarkeit nachwachsender Rohstoffe für die Biofolienproduktion ohne gravierende Auswirkung auf andere Nutzungsgebiete gewährleistet?

Auf Grund der bisher nur geringen Produktionsmengen von Granulaten (ca. 100.000 Tonnen im Jahr 2007) für die Herstellung von Biofolien sind hier keine Auswirkungen auf andere Nutzungsgebiete der Rohstoffe oder der für den Anbau der Rohstoffe benötigten Felder zu erwarten. Um hier auch zukünftig bei einem steigenden Bedarf keine Konkurrenz zum Anbau von Lebensmitteln aufzubauen, setzen die Granulat-Hersteller bereits heute auf die Verwertung von Nebenprodukten der verwendeten nachwachsenden Rohstoffe, die für die Produktion von Lebensmitteln ungeeignet sind. Folgende Eckdaten  sind zudem in diesem Zusammenhang relevant:

  • aktuell werden ca. 30.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche in Europa für die Produktion von Biokunststoff-Rohstoffen genutzt (Quelle: European Bioplastics)
  • insgesamt existieren in Europa jedoch 162.000.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche (Quelle: Europäische Kommission)
  • die zur Herstellung von Biokunststoff-Rohstoffen genutzte Fläche entspricht daher nur circa 0,02 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche in Europa
  • bereits seit vielen Jahren werden durchschnittlich 40 Prozent der landwirtschaftlich gewonnenen Stärke für industrielle Zwecke eingesetzt (Quelle: Deutscher Stärkeverband)


4. Warum sind Biofolien angeblich besser als Biosprit? Beides wird doch aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen?

Im Gegensatz zu Biotreibstoffen für Autos haben Biofolien einen doppelten Nutzen: Zuerst dienen sie als Verpackungsmaterial um später im Verwertungskreislauf weiter verwendet zu werden. Durch die Verbrennung vieler Kompostabfälle kann die so aus den Biofolien gewonnene Wärme in Energie umgewandelt werden - Biostrom einmal anders.

5. Ein Rohstoff in Biofolien ist ja häufig Maisstärke. Stimmt es, dass die Folien dann nach Popcorn riechen können?

Grundsätzlich wäre das möglich, da es tatsächlich Granulate gibt, die in der Extrusion einen süßlichen Geruch entfalten. Die meisten Folienhersteller haben jedoch Rezepturen entwickelt, die nahezu vollständig geruchsneutral extrudiert werden können.